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Freizeitgruppen am Berufsförderungswerk Eckert: Erlebnis, Gemeinschaft und Ausgleich auf dem Weg zurück ins Berufsleben

Rhythmus, Gemeinschaft und ein Stück Alltag jenseits des Unterrichts – die Freizeitgruppen am BFW Eckert schaffen wertvolle Ausgleichsräume für Rehabilitanden während ihrer Umschulung. Sie bieten Begegnung, Entspannung und oft einen ersten Schritt hin zu neuem Selbstvertrauen. Besonders eindrucksvoll zeigt sich dies in den musikalischen Angeboten.

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Den Teilnehmenden bieten sich am Campus Regenstauf vielfältige Möglichkeiten vom Lernen abzuschalten. Ob sportlich, kulturell oder musikalisch – für jeden ist etwas dabei.

Eine Rehabilitation am Berufsförderungswerk Eckert bedeutet weit mehr als eine fachliche Qualifizierung. Der Weg zurück ins Berufsleben ist für viele Teilnehmende ein persönlicher Entwicklungsprozess: neue Perspektiven entstehen, Stärken werden wiederentdeckt, soziale Bindungen wachsen. Genau hier setzen die Freizeitgruppen an. 

Das Angebot ist bewusst vielfältig gestaltet. Neben musikalischen Formaten gibt es Spielegruppen, eine Schachgruppe, Kreativangebote sowie Selbsthilfegruppen, in denen Austausch und gegenseitige Unterstützung im Mittelpunkt stehen. Allen gemeinsam ist der positive Effekt gemeinsamer Aktivitäten: Sie fördern Zugehörigkeit, entlasten emotional und helfen, den Alltag zu strukturieren. 

Wie vielfältig und verbindend diese Angebote sein können, zeigen exemplarisch zwei musikalische Gruppen am BFW Eckert: die Percussion-Gruppe und die Schulband „CorNerD“. 

Im Rhythmus zurück ins Leben: die Percussion-Gruppe 
Seit über 20 Jahren gehört die Percussion-Gruppe unter der Leitung von Robert Ernst fest zum Freizeitangebot am BFW Eckert. Aktuell trifft sich die Freizeitgruppe einmal pro Woche, um gemeinsam zu trommeln. Immer wieder stoßen auch Assessment-Teilnehmende dazu – manche nur für kurze Zeit, andere bleiben während ihrer Umschulung langfristig Teil der Gruppe. 

Gespielt werden vor allem westafrikanische Rhythmen auf der Djembe. Die Stücke sind geprägt von kraftvollen, lebendigen und zugleich gefühlvollen afrikanischen Musikstilen. Musikalische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Die Devise lautet: „Just do it“. 

Für viele Teilnehmende wird das Trommeln schnell mehr als ein Hobby. Der gleichmäßige Rhythmus wirkt für viele fast meditativ: Man gerät in einen Flow-Zustand, der den Kopf frei macht und Abstand zum Alltag schafft. Gleichzeitig verlangt das gemeinsame Musizieren Aufmerksamkeit füreinander – nur wenn alle aufeinander hören, entsteht ein stimmiger Rhythmus. Konzentration, Koordination und gegenseitiges Vertrauen werden dabei ganz nebenbei trainiert. 

Besonders motivierend sind Auftritte bei internen Veranstaltungen oder Abschlussfeiern. Sie geben den Teilnehmenden die Möglichkeit, sich vor Publikum zu präsentieren und dabei über sich hinauszuwachsen. Für viele ein wichtiger Moment auf dem Weg zu neuem Selbstvertrauen. 

Gemeinsam wachsen: die Schulband „CorNerD“ 
Ein weiteres Beispiel für die verbindende Kraft von Freizeitgruppen ist die Schulband „CorNerD“. Einmal pro Woche trifft sich die Band im Proberaum des BFW Eckert, meist am Donnerstagabend. Aktuell spielen dort sechs Mitglieder zusammen: Gesang, Piano, zwei Gitarren, Bass und Schlagzeug. 

Organisiert wird die Band seit etwa eineinhalb Jahren von Kai Stefani, der Proben und Auftritte koordiniert und die Abstimmung mit dem Fachbereich Sport und Freizeit übernimmt. Besonders vor größeren Veranstaltungen wie Abschlussfeiern intensivieren sich die Proben deutlich – dann trifft sich die Band teilweise täglich. 

Der Name „CorNerD“ ist dabei bewusst gewählt. Er spielt auf die Eckert Schulen an und steht zugleich für Individualität und Zusammenhalt. Für Menschen, die sich vielleicht als „anders“ erleben – und gerade deshalb in der Gemeinschaft der Band einen Platz finden. 

Das Repertoire reicht von ruhigen Balladen bis zu energiegeladenen Rocktiteln. Besonders viel Dynamik entfaltet die Band mit ihrer rockigen Interpretation von „Morbid Mind – Jack Kays“, ursprünglich ein Akustiksong. Aktuell arbeitet die Gruppe an neuen Titeln für die Abschlussfeier am 10. Juli 2026, darunter „Basket Case“ von Green Day. 

Auch hier steht nicht allein die Musik im Mittelpunkt. Die Proben bieten vielen Teilnehmenden einen wichtigen Ausgleich zum Schulalltag. Musik wird zum Ventil für Stress, zur Motivation und manchmal auch zur Mutprobe, wenn der Schritt auf die Bühne ansteht. Gleichzeitig entsteht ein starkes Gemeinschaftsgefühl: Aus einzelnen Stimmen wird ein gemeinsamer Sound.

Mehr als Freizeit: ein wichtiger Baustein der Rehabilitation 
Ob Trommelrhythmen, Bandproben, Spieleabende oder kreative Projekte: Freizeitgruppen sind am BFW Eckert ein wichtiger Bestandteil des Rehabilitationskonzepts. Sie schaffen Räume, in denen Begegnung, Selbstvertrauen und persönliche Entwicklung stattfinden können. Denn wer gemeinsam musiziert, spielt oder kreativ arbeitet, erlebt Gemeinschaft und Erfolgserlebnisse oft ganz selbstverständlich. Und genau diese Erfahrungen können entscheidend sein, um Schritt für Schritt wieder Sicherheit, Motivation und Lebensfreude zu gewinnen – auf dem Weg zurück in einen selbstbestimmten Alltag.

Sport & Freizeit am BFW Eckert