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Fachforum 2026: Berufliche Rehabilitation – Aktuelle Projekte aus den Fachdiensten und der Ausbildung
Das Berufsförderungswerk Eckert öffnete am Donnerstag, den 23. Mai 2026 seine Türen zum jährlichen FachForum und bot Vertreterinnen und Vertretern der Leistungsträger einen umfassenden Einblick in aktuelle Entwicklungen der beruflichen Rehabilitation.

Rahmenbedingungen wandeln sich stetig: Digitale Entwicklungen, neue Erkenntnisse und veränderte Anforderungen prägen den Bildungsbereich. Bildungsträger stehen dabei nicht nur vor der Aufgabe, Inhalte zu vermitteln, sondern gestalten diese Veränderungen aktiv mit. Umso wichtiger ist es, transparent zu zeigen, wie sich Konzepte, Prozesse und Angebote im Schul- und Unterrichtsalltag weiterentwickeln. Das FachForum des Berufsförderungswerks Eckert schafft hierfür jährlich eine Plattform zur Veranschaulichung, auf der Leistungsträger diese Entwicklungen nachvollziehen und authentische Einblicke in den Reha-Alltag gewinnen können.
Nach einer kurzen Themenvorstellung durch den Leiter der Fachdienste Friedrich Geiger, betonte Vorstandsmitglied im Bereich Aus- & Weiterbildung und berufliche Rehabilitation Herr Stephan Koller “Sowohl in der Weiterbildung als auch in der beruflichen Rehabilitation stehen wir vor neuen Herausforderungen – Hürden, die wir gemeinsam meistern werden.” Dabei stellte er heraus, dass das Berufsförderungswerk insbesondere Zukunftsfähigkeit und Individualität gezielt fördert. Wie sich das auf Dozierende und Teilnehmende auswirkt, wurde in drei Workshops präsentiert.
Sehen heißt glauben? Grundlagen der virtuellen Realität (VR) mit Pilotprojekten zu KI-gestütztem handlungsorientiertem Lernen
Virtuelle Realität im Praxiseinsatz: Nach einer kurzen Einführung und Vorstellung der Referierenden durch Erika Dani, Leiterin Innovation und Projektmanagement des Berufsförderungswerks, übergab sie das Wort an einen angehenden Augenoptiker aus dem dritten Semester. Dieser erklärte: „Virtual Reality ermöglicht das Eintauchen in computergenerierte, dreidimensionale Welten und unterscheidet sich damit klar von Augmented Reality, bei der digitale Inhalte die reale Umgebung ergänzen.“ Anschließend zeigte er die Potenziale für die Augenoptik auf: Mithilfe von Simulationen können Kundinnen und Kunden direkt erleben, wie unterschiedliche Brillengläser, Entspiegelungen oder Filter wirken. In der Beratung lassen sich Fehlsichtigkeiten wie Kurz- oder Weitsichtigkeit anschaulich darstellen. Zudem ermöglicht VR das Training von Mess- und Anpassprozessen in einer sicheren Umgebung und unterstützt die Forschung, etwa zur visuellen Wahrnehmung, zu Kontrasten oder Lichtwirkungen.
Doch VR kann noch mehr: Auch Sprache und Auftreten lassen sich gezielt trainieren. Im Pilotprojekt trainierten Rehabilitanden des BFW Eckert und angehende Techniker der Dr. Eckert Akademie mit einem sogenannten VR-Speech-Trainer realistische Präsentationssituationen und konnten dadurch ihre Stimmführung verfeinern sowie ihr Auftreten verbessern. Laut Dozentin Silke Dugajczyk und Dozent Daniel Meuer analysiert das System unter anderem Ausdrucksweise, Füllwörter und Blickführung und gibt wertschätzendes Feedback. So entsteht ein geschützter Raum, um selbstsicherer zu werden und mögliche Ängste schrittweise abzubauen. Dass dieser praxisnahe Ansatz eine zentrale Rolle spielt, unterstreicht auch Geschäftsbereichsleiter und Schulleiter Markus-Johannes Zimmermann, der den Einsatz innovativer Technologien unterstützt. Insgesamt soll künftig verstärkt mit KI gearbeitet werden, um die Fachkräfte von morgen gezielt auszubilden. Ein zentraler Baustein hierfür ist die angekündigte handlungsorientierte Projektwoche (KOP), in der unter anderem der gewinnbringende Einsatz von KI geübt werden soll.
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Kreatives Zeitalter - crtv H media solutions: Die neue Übungsfirma stellt sich vor
„Das H am Ende des neuen Firmennamens steht für drei Dinge: Human, Hands-on und Heimat“, betonte der Leiter der kaufmännischen Übungsfirma, Christian Lohmeier. Seit Februar tritt die kaufmännische Übungsfirma (ÜFA) mit neuem Namen, modernisiertem Erscheinungsbild und einem weiterentwickelten Angebot auf. Print-Werbemittel, Werbeartikel sowie Corporate Design und PR zählen dabei zu den zentralen Schwerpunkten. Dieser Neustart markiert einen weiteren wichtigen Schritt, um aktuellen Anforderungen in der beruflichen Rehabilitation noch gezielter zu begegnen. Ziel ist es, den Berufsalltag so realitätsnah wie möglich zu simulieren und Teilnehmenden praxisnahe Einblicke zu ermöglichen.
Das interdisziplinäre Zusammenspiel verschiedener Berufsgruppen prägt die Übungsfirma: Im kaufmännischen Bereich übernehmen Teilnehmende Aufgaben wie Projektsteuerung, Kalkulation und Kundenmanagement. Die Mediengestaltung bringt kreative Konzeption und visuelle Strategien ein, während der IT-Bereich für Systemadministration, Shop-Management und Prozessoptimierung sorgt. So entstehen wertvolle Synergien und ein praxisnahes Arbeitsumfeld, in dem unterschiedliche Kompetenzen ineinandergreifen.
Wie viel Engagement in der Übungsfirma steckt, zeigte der Vortrag eines angehenden Mediengestalters, der das Logo sowie das gesamte Brand Design für die Umfirmierung der Übungsfirma entwickelt hat. Dabei ging er unter anderem auf Farbpsychologie und deren Wirkung ein. Im Anschluss an seine Präsentation folgte eine besondere Anerkennung: Herr Lohmeier überreichte ihm ein Zertifikat des Deutschen Übungsfirmenrings für das erfolgreich absolvierte Audit im Bereich Corporate Design (höchste Stufe 4 plus). Diese Auszeichnung steht für ein besonders hohes Qualitätsniveau und unterstreicht die professionelle Umsetzung des gesamten Projekts. Zum Abschluss präsentierten zwei weitere Mediengestalter ihren aktuell entstehenden Wanddruck, der direkt mit einem Wanddrucker (UV-Wall Printer) vor Ort umgesetzt wird.
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S.T.A.R. - Strukturiertes Trainingsprogramm zur Alkoholrückfallprophylaxe
Komplette Abstinenz ist das Ziel – doch vielen Betroffenen gelingt der Ausstieg nicht sofort. Hier setzt das strukturierte Trainingsprogramm „S.T.A.R.“ zur Rückfallprävention an, vorgestellt von Dr. Stefanie Stein. In modularer Form vermittelt es Wissen, fördert Selbstbeobachtung und stärkt Strategien im Umgang mit Rückfällen. Das verhaltenstherapeutische Konzept basiert auf einem humanistischen Menschenbild, respektiert die Autonomie der Klientinnen und Klienten und setzt auf Empathie statt Konfrontation. Als therapeutisches Angebot in Gruppen- oder Einzelarbeit schafft S.T.A.R. einen vertrauensvollen Rahmen, der den Einstieg erleichtert und die nachhaltige Stabilisierung unterstützt. Da die Umschulung am Berufsförderungswerk häufig in der sensiblen Phase ein Jahr nach der Therapie beginnt, ist es besonders wichtig, frühzeitig auf mögliche Rückfälle vorbereitet zu sein. Das Programm unterstützt dabei, Ausrutscher rechtzeitig aufzufangen, Übergänge gezielt zu stabilisieren und so die langfristige Teilhabefähigkeit der Teilnehmenden zu sichern.
Das FachForum 2026 zeigte einmal mehr, wie dynamisch sich die berufliche Rehabilitation entwickelt. Im Mittelpunkt standen transparente Einblicke und ein lebendiger Dialog, in dem die Perspektiven der Rehabilitanden eine zentrale Rolle spielten. Die vorgestellten Konzepte verdeutlichten, wie entscheidend es ist, Veränderungen aufzugreifen und neue Wege zu gehen.




























