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08.12.2017 | NEWS

#Teilnachten: Eckert-Studierender bringt Spenden nach Südamerika

In den Sommerferien 2017 stand für Thomas Saxinger fest: 20 Tage lang möchte er Bolivien & Peru bereisen. Erschüttert von den schlechten Lebensverhältnissen sammelte der angehende Staatlich geprüfte Maschinenbautechniker noch vor seiner Reise Spenden. Nicht nur seine Mitschüler beteiligten sich mit Sach- und Geldspenden – auch Markus Johannes Zimmermann – Geschäftsführer der Dr. Eckert Akademie - gab Saxinger einen ganzen Rucksack voll mit Schulmaterial, um ihn an die Kinder vor Ort zu verteilen.

20 Tage lang bereiste Thomas Saxinger Peru und Bolivien, um sich einen eigenen Eindruck von den Lebensumständen dort zu machen. Mit im Gepäck: Viele Spenden von Mitschülern und Geschäftsführer Markus Johannes Zimmermann.
20 Tage lang bereiste Thomas Saxinger Peru und Bolivien, um sich einen eigenen Eindruck von den Lebensumständen dort zu machen. Mit im Gepäck: Viele Spenden von Mitschülern und Geschäftsführer Markus Johannes Zimmermann.

Ein Bericht von Thomas Saxinger

Wer schon in Südamerika oder Afrika war, kennt die Probleme von Entwicklungsländern nur zu gut: Fehlende Bildung und daraus resultierende Armut, Gewalt, Drogenkonsum. Nur ein paar Probleme von vielen, die wir in unserem reichen Deutschland oft nicht einmal wahrnehmen.

In den Sommerferien 2017 reiste ich aufgrund meines Interesses an der fremden Kultur und dem Abenteuer, nach Peru und Bolivien. Zwei sehr von Armut und Korruption geprägte Länder in Südamerika. Vor meiner Reise sprach ich mit meinen Mitschülern über die schlechten Lebensverhältnisse und die Armut vor Ort, worauf hin kurzfristig Spenden über knapp 200 Euro und etwa 50 Päckchen Buntstifte für Straßenkinder gesammelt wurden. Auch Markus Zimmermann, Geschäftsführer der Dr. Eckert Akademie, beteiligte sich an den Spenden und gab mir einen ganzen Rucksack voll mit Schulmaterial wie Stifte und Blöcke mit.

Nach einer 20-tägigen Reise durch Peru und mehreren Tagen im Norden Boliviens besuchte ich die Großstadt Cochabamba, die mit 630.000 Einwohnern die viert größte Stadt des Landes ist. Schätzungen zufolge befinden sich hier 45% der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze. Hier sollten die Spenden einen geeigneten Empfänger finden. Durch Kontakte zur sozialen Organisation „estrellas en la calle“ erhielt ich einen kleinen Einblick in die Arbeit gegen die Armut. „estrellas en la calle“ heißt übersetzt „Sterne auf den Straßen“ und ist ein Hilfsprojekt in Cochabamba zugunsten von Kindern, Jugendlichen und deren Familien, die in extremer Armut oder auf der Straße leben müssen und sehr stark durch Drogenabhängigkeit, Missbrauch, Prostitution und durch häusliche Gewalt gefährdet sind.

Zwei Wochen lang durfte ich kostenlos im Haus der Organisation wohnen und die Sozialarbeiter und Pädagogen bei ihrer Arbeit auf der Straße begleiten. Ein einschlägiges Erlebnis. Jugendliche schwangere Mädchen, Kleber schnüffelnde Kinder, Kleinkinder die mit ihren Müttern auf Kartonagen neben der Straße schlafen. Kein gewohnter Anblick für mich als Deutscher, doch hier Normalität. Viele Obdachlose hier haben sich schon lange aufgegeben und können keinen Mut mehr fassen, um sich ein normales Leben aufzubauen. Jedoch ist auch bei vielen ein großer Wille erkennbar, mithilfe der Sozialarbeiter Arbeit zu finden und das Leben auf der Straße hinter sich zu lassen. Ich habe sechs von ihnen kennengelernt. Sie arbeiten jetzt für die Organisation, helfen mit ihrer Erfahrung selbst den Obdachlosen oder studieren. Sie haben es geschafft. Haben das Straßenleben hinter sich gelassen, sich ein Leben aufgebaut.

Prostitution, Gewalt, Drogen und Armut. Diese Begriffe sollten keine Rolle im Leben von Kindern und Jugendlichen auf dieser Welt spielen. Niemand sollte auf der Straße leben müssen. In Deutschland muss fast niemand darüber nachdenken, ob er heute genug Geld verdient um sich morgen etwas zum Essen leisten zu können. Wird es jemals überall auf dieser Welt diesen „Luxus“ geben?