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Start in ein neues Leben

Ein Erlebnisbericht des Physiotherapeuten und Eckert-Absolventen Markus R. Brauer

Mein Eckert-Abenteuer begann so ziemlich genau Mitte Januar 2004. Ich stand vor dem Hauptportal der Eckert Schulen in Regenstauf neben dem Springbrunnen und war von der Größe der Einrichtung … naja, ´beeindruckt´ wäre das falsche Wort … ich war überwältigt. Und ich stellte zunächst meine Entscheidung in Frage, hier meine Ausbildung/Umschulung zum Masseur und medizinischen Bademeister zu beginnen. Zum ersten Mal durchfuhr mich der Gedanke: „Hoffentlich baue ich hier keinen Mist!“ Obwohl ich es mir, seinerzeit 36 Jahre alt, mit der Entscheidung, einen völlig neuen Berufszweig einzuschlagen, nicht leicht gemacht habe. Ich war zuvor als Key Account Manager für einen großen Textilkonzern tätig und wurde, fast über Nacht, aus dem Unternehmen ´wegrationalisiert´. Da mich die Medizin schon immer begeistert hatte und ich der Geschäftsreisen müde war, sah ich dies hier als Chance, völlig von vorne zu beginnen und einen Beruf zu erlernen, der mir wirklich Freude macht. Eine Tatsache überschattete jedoch die geplante Veränderung: Meine Ausbildung sollte über die ARGE gefördert werden und ich plante zunächst die dreijährige Ausbildung zum Physiotherapeuten. Nur wenige Tage vor meinem Erstbesuch bei Eckert erfuhr ich, dass keine dreijährigen Ausbildungen  mehr gefördert werden und man legte mir die Ausbildung zum Masseur nahe.

Hier stand ich also in Regenstauf vor den Eckert Schulen, meine Bewerbung und die Anmeldung in der Hand und verlief mich erst einmal in den unzähligen Gängen dieser ansehnlichen Einrichtung auf dem Weg ins Sekretariat, um diese abzugeben. In etwa einem Monat sollte ich mit der Ausbildung beginnen und von gemischten Gefühlen begleitet kam der Tag meiner ´Einschulung´ bei Eckert immer näher. An diesem Punkt kann ich sagen, dass ich bis zu diesem Zeitpunkt weder von Anatomie, noch von Krankheiten auch nur den Hauch einer Ahnung hatte. Ich erkannte einen Schnupfen, wenn ich ihn hatte. Ich hatte mir zwar im Voraus etwas Fachlektüre gekauft und stellte schnell fest, dass dies ein Fehler war. Mit jeder Seite des Anatomiebuches schwand meine Hoffnung, diese Ausbildung jemals erfolgreich abzuschließen. Und eben mit diesen Gedanken betrat ich am 16. Februar 2004 das Klassenzimmer mit meinen neuen Kollegen. Ich war bis dato ein Einzelkämpfer, in beruflicher Hinsicht. Hier saßen nun etwa 15 Kollegen unterschiedlichen Alters, alle mit dem Ziel, hier in zwei Jahren eine staatliche Prüfung zum Masseur und medizinischen Bademeister abzulegen. Das Ziehen in meiner Magengrube nahm zu, aber ein Gefühl von spannender Erwartung gewann die Oberhand.   
Weshalb schildere ich hier meine Gedanken so genau? - Weil es, wie ich im Laufe der Ausbildung  festgestellt habe, nicht nur mir so erging. Ich denke, dass es bedenklich wäre, würde man einen Schritt wie eine Ausbildung in einem völlig anderen Fachbereich auf die leichte Schulter nehmen. Eine gewisse Nervosität ist, so denke ich, völlig normal und menschlich. Aber keine Sorge: Die Dozenten bei Eckert nahmen uns an, wie wir waren. Jeder von uns Schülern, egal wie alt, ob männlich oder weiblich, hatte seine Vorgeschichte, war eine eigenständige Persönlichkeit. Manche hatten bereits in einem anderen Beruf gearbeitet, waren darin vielleicht erfolgreich. Andere hatten bereits Familie, was aufgrund der Ausbildung zu einer örtlichen Trennung führte. Alle diese Dinge plus das Fachwissen, das wir lernen durften, schweißten uns zusammen und wir fanden bei unseren Lehrern nicht nur tatkräftige Unterstützung, sondern auch Verständnis für persönliche Belange. Ich persönlich hatte nie das Gefühl, alleine gelassen zu werden. Selbst nach dem Unterricht standen uns die Lehrer, aber auch das Personal der Verwaltung für fachliche und sonstige Fragen zur Verfügung. Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft, sowie die Achtung voreinander waren ein ungeschriebenes Gesetz. Aus Klassenkollegen wurden Freunde, auch manche meiner früheren Lehrer würde ich heute als Freunde bezeichnen, welche mir geholfen haben, mein Ziel zu erreichen.

Der Unterricht war strukturiert und in die einzelnen Fachbereiche aufgeteilt. Anatomie, Massage, Reflexzonentherapie, Hydrotherapie, Elektrotherapie. Das ist nur ein Teil des Lehrplans. Schritt für Schritt wurden wir in die Geheimnisse des Körpers und seine Funktionen eingeführt, lernten die diversen Krankheitsbilder, deren Ursachen und Verlauf kennen und immer waren unsere Dozenten darum bemüht, dass sich das Wissen fächerübergreifend sinnvoll und chronologisch aufbaute. Nach den ersten Hemmungen gingen uns die lateinischen Fachbegriffe leicht über die Zunge und wurden bald zur Selbstverständlichkeit. Manchmal merkten wir kaum, was wir alles gelernt hatten und mit Beginn des ersten Praktikums in Kliniken in der Umgebung von Regensburg durften wir unser Können am Patienten unter Beweis stellen. Eine unglaublich spannende Erfahrung, vor allen Dingen dann, wenn man erfahren muss, dass man in der Lage ist, Menschen wirklich zu helfen. Es war ein schönes und erfüllendes Gefühl. Aus mir, dem Einzelkämpfer, wurde ein Mensch, der sich im Team wohl fühlte und nicht nur zusammen mit seinen Kollegen lernte, sondern auch privat viele schöne Tage erlebte. Es war eine völlig neue Erfahrung. Die Eckert Schulen waren für mich im Laufe der Zeit zu einem zweiten Zuhause geworden, meine Kollegen und Dozenten wurden zu meiner Familie. Und ehe man sich versah, standen wir vor den Examensprüfungen. Zwei Jahre können so schnell vergehen!

Dass sich meine Ausbildung bei Eckert ausgezahlt hatte, merkte ich bei meiner Suche nach einer Stelle für das halbjährige Anerkennungspraktikum, welches nach bestandenem Examen Voraussetzung für die Berufsanerkennung ist. Ich rief bei einer Klinik an, um anzufragen, ob man einen Praktikanten einstellen würde und man sagte mir, man wäre voll besetzt. Der Abteilungsleiter der Physiotherapie fragte mich dann (ich wollte gerade den Hörer auflegen) wo ich denn meine Ausbildung gemacht habe. Ich antwortete: „Bei Eckert in Regenstauf!“ Es gab eine kurze Pause. „Wann könnten Sie denn bei uns anfangen?“  Ein halbes Jahr lang erprobte ich all´ mein Können und Wissen an den Patienten der Orthopädie und Rheumatologie in dieser Akutklinik und ich wusste, dass ich seinerzeit die richtige Entscheidung getroffen hatte. Nur mein eigentliches Ziel … die Ausbildung zum Physiotherapeuten … das hatte ich noch nicht erreicht. Ich spekulierte auf die verkürzte Fortbildung zum Physiotherapeuten, welche 18 Monate dauert und erneut mit einem Staatsexamen endet. Bedauerlicherweise boten die Eckert Schulen seinerzeit diese Weiterqualifikation noch nicht an und ich begann die Fortbildung bei einem anderen Bildungsträger nördlich von Regenstauf. Ich möchte es kurz machen: Nach meinen Erfahrungen bei Eckert war ich entsetzt. Ich merkte jetzt den Unterschied, was eine gute Ausbildung ausmacht. Ich vermisste meine Dozenten bei den Eckert Schulen, ich vermisste den Zusammenhalt, die Hilfsbereitschaft und vor allem die Effizienz des Unterrichts sowie die produktive und lehrreiche Betreuung während des Ausbildungspraktikums. Ich fühlte mich absolut fehl am Platz, lernte kaum das Nötigste und brach nach einem halben Jahr die Ausbildung in dieser Einrichtung ab.

Noch war nicht klar, ob Eckert die verkürzte Weiterqualifikation anbieten würde, doch für mich stand fest: Wenn ich mein Examen zum Physiotherapeuten mache, dann nur in meiner ´alten´ Einrichtung oder gar nicht. Wie glücklich war ich, als ich kurze Zeit später erfuhr, dass im Frühling 2008 ein erster Kurs zur Weiterqualifikation bei Eckert standfinden wird und ich schrieb mich ein. Es war für mich, als dürfte ich nachhause kommen!
In den folgenden 18 Monaten wurden wir intensiv auf unsere spätere Tätigkeit als Physiotherapeuten vorbereitet und wir konnten auf unser Fachwissen aus der Masseurausbildung und inzwischen auch auf die praktische Erfahrung am Patienten zurückgreifen und darauf aufbauen. Spezielle Themen wie Neurologie und Neuro-Anatomie, Physik, Biomechanik, Trainingslehre, Manualtherapie und KG-Techniken wurden uns intensiv in Theorie und Praxis erläutert. Hier profitierten wir erneut davon, dass unsere Dozenten eben nicht nur Theoretiker waren, sondern selbst als Ärzte und Therapeuten tagtäglich an ihren Patienten arbeiteten. Wir lernten so manche Tricks und Kniffe, welche in keinem Lehrplan standen und wurden erfolgreich durchs Praktikum und durch die Prüfungen geführt. Noch schneller als bei der Ausbildung zum Masseur verging die Zeit. 18 Monate sind sehr kurz, wenn man merkt, dass plötzlich das zweite Staatsexamen zu bewältigen ist, kaum dass man mit der Fortbildung begonnen hat. Und eines Tages war es so weit: Ende Juli 2009 durften wir als erste Absolventen der Weiterqualifikation zum Physiotherapeuten bei den Eckert Schulen unsere Berufszulassung in den Händen halten und blickten zurück auf eine ereignisreiche Zeit. Nein, es war kein Spaziergang! Wir wurden gefordert und gefördert! Es gab schlaflose Nächte des Lernens und manches Bangen vor den Prüfungen, aber wir haben es alle geschafft! Keiner von uns bekam seine Berufszulassung geschenkt, wir mussten hart dafür arbeiten, aber wir hatten, dank der Unterstützung und der angenehmen Atmosphäre bei Eckert sehr viel Freude bei beiden Ausbildungen. Ich blicke heute gerne zurück an meine Zeit in Regenstauf, habe heute noch einen herzlichen Kontakt zu meinen damaligen Lehrern und zur Schulleitung und weiß, dass ich mich jederzeit an sie wenden kann, wenn Fragen auftauchen.

Und was mache ich heute? Ich fühlte mich nach bestandenem Examen zum Physiotherapeuten fit genug, um eine eigene Praxis zu eröffnen. Im Oktober 2009, also nur wenige Monate nach bestandenem Examen eröffnete ich meine eigene Praxis und arbeitete dort zunächst alleine. Nur ein Jahr später platzte die Praxis aus allen Nähten und ich musste mich vergrößern. Die Ärzte aus unserer Stadt schickten mir schon bald nach der Eröffnung Patienten und waren, nebst den Patienten natürlich (und um die geht es ja schlussendlich) von meiner Arbeit mehr als überzeugt. Heute besitze ich eine Praxis mit knapp 240 qm Fläche, mehreren Behandlungsräumen und einigen Mitarbeitern. Berufsbegleitend absolviere ich Fortbildungen in der Manualtherapie und plane eine weitere Fortbildung als Bobath Therapeut.


Ich kann heute sagen, dass ich meinen Erfolg einer guten Ausbildung verdanke. Und ich erinnere mich an die Worte unseres damaligen Schulleiters, Christian Böhmker, die er uns zum Start der Fortbildung ans Herz legte:
„Ihr seid in die Fortbildung gekommen mit einem leeren Werkzeugkoffer. Mit jeder Unterrichtseinheit geben wir Euch ein Werkzeug, welches Ihr später in eurem Beruf braucht. Das ist unsere Arbeit! Nur liegt es an jedem von Euch, welches dieser Werkzeuge ihr in die Kiste legt und welches nicht. Das ist Euere Verantwortung!


Er hatte recht!


Markus R. Brauer
Physiotherapeut

physiotherapie-brauer@web.de

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