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Kunstprojekt der Eckert Schulen Freiberg

Kaum einer weiß heute noch um das KZ in Freiberg. Mit "We are still here" erinnert die Geschichtswerkstatt der Eckert Schulen Freiberg an die schrecklichen Ereignisse dort während des Holocausts.

(v.l.n.r.) Lisa Miková (KZ-Überlebende), Stefanie Busch, Jana Zimmer, Dr. Michael Düsing (RBZ Freiberg), Helga Hošková, Ramona Lieschke (Regionalleiterin), Anna Kutzsche (RBZ Freiberg)
(v.l.n.r.) Lisa Miková (KZ-Überlebende), Stefanie Busch, Jana Zimmer, Dr. Michael Düsing (RBZ Freiberg), Helga Hošková, Ramona Lieschke (Regionalleiterin), Anna Kutzsche (RBZ Freiberg)

Die Geschichtswerkstatt nimmt den 70. Jahrestag der Befreiung Deutschlands zum Anlass, ein besonderes Projekt auf die Beine zu stellen: An die Vergangenheit erinnern, eine Brücke in die Gegenwart schlagen und für Toleranz und ein respektvolles Miteinander werben.

Vergessenes Konzentrationslager Flossenbürg
"We are still here" – wir sind noch hier – schreibt die US-amerikanische Künstlerin Jana Zimmer auf einen Zettel. Sie legt ihn ab. Dort, wo ab 1944 in Freiberg ein Außenlager des KZ Flossenbürg stand. Das kleine Stück Papier erinnert an das Schicksal ihrer Mutter, das in Freiberg in Vergessenheit geraten schien.

Ihre Mutter leistete hier zusammen mit 1000 anderen jüdischen Mädchen und Frauen aus Auschwitz Zwangsarbeit. Sie sollten an einem Bomber bauen, der die drohende Kriegsniederlage doch noch abwenden konnte. Ein solches Lager in Freiberg - nur wenige wissen heute noch davon.

Kooperation mit Stadt Freiberg und Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen
Dr. Michael Düsing, Leiter der Geschichtswerkstatt der Eckert Schulen in Freiberg, beschäftigt sich seit Jahren mit diesem Thema. Was für Viele ein unbekanntes Kapitel der Geschichte ist, versucht er ins Bewusstsein der Menschen zu rufen. Dafür arbeiten die Eckert Schulen mit der Stadt Freiberg und der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen zusammen.

Das Herzstück des Projekts ist eine Ausstellung zeitgenössischer Kunst von drei Künstlerinnen aus drei Ländern und drei Generationen. Die tschechische Künstlerin Helga Hošková ist selbst eine Überlebende des Freiberger Lagers. Lesungen aus ihrem Tagebuch aus dieser Zeit begleiten das Projekt.  Jana Zimmer aus den USA ist die Tochter einer Überlebenden. Stefanie Busch aus Dresden ist eine junge Künstlerin, in deren Werken sich Holocaust und aktuelle Katastrophen wiederfinden.

Stille Zeugen einer schrecklichen Kindheit

Parallel zeigt "We are still here" eine Ausstellung von besonderen Kinderzeichnungen. Hošková und Zimmers Halbschwester haben die als Kinder, während des Aufenthalts im Ghetto Theresienstadt, angefertigt.  Bereits die Vernissage am 11. April 2015 war mit mehr als 150 Gästen ein großer Erfolg.

Höhepunkt des Projektes ist ein Konzert am 7. Mai 2015 in der Freiberger Nikolaikirche. Mit dabei die berühmten tschechischen Cellisten Dominika Weiss-Hošková und Jiři Hošek, Enkelin und Sohn von Helga Hošková. Karten hierfür sind über die Eckert Schulen Freiberg erhältlich.

Den Holocaust aufarbeiten und die schrecklichen Ereignisse nicht in vergessen lassen: Die gesellschaftliche Verantwortung ist groß. Mit "We are still here" leisten die Eckert Schulen in Sachsen dazu einen maßgeblichen Beitrag.

Die Ausstellung ist noch bis zum 17. Mai 2015 in der Nikolaikirche Freiberg zu sehen.

Impressionen

Dr. Michael Düsing, Leiter der Geschichtswerkstatt der Eckert Schulen Freiberg
Dr. Michael Düsing, Leiter der Geschichtswerkstatt der Eckert Schulen Freiberg
Vernissage in der Nikolaikirche Freiberg
Vernissage in der Nikolaikirche Freiberg
Regionalleiterin Ramona Lieschke im Gespräch mit Helga Hošková
Regionalleiterin Ramona Lieschke im Gespräch mit Helga Hošková
Die drei Künstlerinnen (von vorn nach hinten): Jana Zimmer, Helga Hošková, Stefanie Busch
Die drei Künstlerinnen (von vorn nach hinten): Jana Zimmer, Helga Hošková, Stefanie Busch
Die Künstlerinnen vor einer Collage mit dem Bild der Mutter von Jana Zimmer
Die Künstlerinnen vor einer Collage mit dem Bild der Mutter von Jana Zimmer
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