Aktuelle Infos

Ein-Euro-Job soll bald Vergangenheit sein

Eingliederung von Migranten ins Berufsleben glückt dank gezielter Maßnahmen - Aktuell 26 Teilnehmer

Amberg. (waj) Auch wenn die Integrationsdebatte unter Politikern derzeit wieder hohe Wellen schlägt - in einem Punkt sind sich alle einig: Eine Grundvoraussetzung für eine gelungene Eingliederung von Migranten im Berufsleben sind Qualifizierung und angemessene Deutschkenntnisse. Genau auf dieser Erkenntnis baute auch die eben beendete Maßnahme des Regionalen Bildungszentrums (RBZ) Eckert in Amberg auf: Mit der Förderung durch den Europäischen Sozialfonds und der ARGE Amberg / Amberg-Sulzbach hatten hier ein Jahr lang 26 Männer und Frauen mit Migrationshintergrund die Möglichkeit, sich beruflich weiterzubilden und ihre sprachlichen Fähigkeiten in Deutsch zu erweitern.

Der Kurs war in mehrere Blöcke gegliedert. So wurden die Frauen der Gruppe in Qualifizierungsbausteinen auf dem hauswirtschaftlichen Sektor weitergebildet, während die Männer Teilbereiche einer Metall-Ausbildung absolvierten und unter anderem auch einen Schein in MAG-Schweißen bei der Handwerkskammer machen konnten. Beide Gruppen zusammen hatten außerdem das ganze Jahr über Deutschunterricht und nahmen zum Abschluss des Kurses an einer Deutsch-Prüfung teil auf dem Niveau B1 des europäischen Referenzrahmens teil: Ein Niveau, das sicheres Sprechen und Verstehen der Sprache sowie einen doch bereits recht umfangreichen Wortschatz mit guten Grammatikkenntnissen voraussetzt. Daneben absolvierten alle Teilnehmer ein mehrwöchiges Bewerbungs- und EDV-Training. Ihre Kenntnisse konnten schließlich alle zusammen in zwei mehrwöchigen Praktika anwenden.

Ziel der Maßnahme war und ist es, den Absolventen die Chance zu eröffnen, weg von Ein-Euro-Jobs und Langzeitarbeitslosigkeit hin zu Festanstellungen aufgrund von neuen beruflichen Qualifikationen zu kommen. Das Konzept scheint aufzugehen: Nahezu die Hälfte der Teilnehmer konnte bereits im Verlauf des Kurses eine neue Arbeitsstelle antreten, eine weitere Dame fand durch das letzte Praktikum des Kurses eine Festanstellung als Bäckerei-Fachverkäuferin. Positive Aussichten für die Zukunft also.

Auch die Maßnahmenleiter des RBZ selbst zeigen sich von dem Konzept überzeugt. Soziologin Susanne Roggenhofer beispielsweise meint: "Gerade die Verknüpfung von Deutsch-Unterricht und beruflicher Praxis hilft den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sich gut auf dem Arbeitsmarkt zu positionieren." Und auch Rainer Schmid, der als Betreuer der Teilnehmer seitens der ARGE fungierte, ist sich sicher: "Sie haben sich hier durch ihr Engagement Kenntnisse angeeignet, die sie auf dem Arbeitsmarkt nur weiterbringen können! Ich wünsche allen viel Erfolg für ihre berufliche Zukunft und hoffe, alle bald zu einer gelungenen Arbeitsvermittlung beglückwünschen zu können!"

Amberger Zeitung, 26.10.2010 (Bild: Hartl)

zurück zur Übersicht